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Case Study · Schulverband · Hausmeister
42 Bewerbungen für eine Hausmeisterstelle – die Kampagne konnte vorzeitig beendet werden
Schwimmbad, Sporthalle, großes Gelände und eine Hausmeisterstelle, die schnell nachbesetzt werden musste: Beim Schulverband am Aschberg brachten Amtsblatt und Tageszeitung dafür nur überschaubare Resultate. Jede weitere Ausschreibungsrunde hätte Wochen gekostet, in denen Technik, Winterdienst und Schließdienst trotzdem hätten laufen müssen.
Die Ausgangslage
Eine Einzelstelle, an der das ganze Haus hängt
Die Aschbergschule in Weisingen ist eine Grund- und Mittelschule im Landkreis Dillingen an der Donau mit rund 330 Schülerinnen und Schülern, getragen vom Schulverband am Aschberg. Zum Gebäude gehören ein Schwimmbad, eine Sporthalle und ein Hartplatz, die auch Vereine und Öffentlichkeit nutzen.
Für all das gibt es eine einzige Hausmeisterstelle mit einem außergewöhnlich breiten Aufgabenkreis: von der täglichen Kontrolle der technischen Anlagen samt Schwimmbadtechnik über Reparaturen, Außenanlagen und Winterdienst bis hin zum Schließdienst bei Veranstaltungen und der Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben und Reinigungskräften.
Bleibt diese Stelle unbesetzt, fehlt jemand, der morgens die Anlagen kontrolliert, im Winter die Wege räumt und abends nach Veranstaltungen abschließt, und all das muss irgendwie anders aufgefangen werden. Gesucht hatte der Verband bis dahin über Amtsblatt und Tageszeitung, mit nach den Worten des Vorsitzenden Christian Högel „relativ überschaubaren“ Resultaten. Eine weitere Runde auf demselben Weg kam deshalb nicht in Frage:
„Die Herausforderung speziell bei uns war natürlich, dass wir relativ schnell einen Hausmeister finden mussten, um auch wieder unser großes Gebäude und den Aufgaben in dem Gebäude gerecht zu werden. Und da konnten wir uns keinen zweiten Versuch leisten.“ – Christian Högel, Schulverband am Aschberg
Der Engpass
Warum Handwerker eine Ausschreibung gar nicht erst zu sehen bekommen
Bei einer Hausmeisterstelle im ländlichen Raum kommen drei Dinge zusammen:
- Handwerkliche Fachkräfte sind gebunden. Wer eine abgeschlossene Ausbildung als Elektriker, Schreiner, Heizungsmonteur oder Mechaniker hat, arbeitet in aller Regel in einem Betrieb, der ihn halten will. Ein Wechsel steht dort selten auf der Tagesordnung.
- Der Suchradius ist klein. Winterdienst, Schließdienst und kurze Wege zur Schule sprechen deutlich für jemanden aus der näheren Umgebung. Damit schrumpft der ohnehin knappe Markt noch einmal auf wenige Kilometer zusammen.
- Die klassischen Kanäle passen nicht zur Zielgruppe. Handwerker durchsuchen weder Stellenportale des öffentlichen Dienstes noch Amtsblätter. Eine Ausschreibung erreicht sie schlicht nicht, auch wenn sie im Nachbarort wohnen.
Für diese Stelle gibt es durchaus geeignete Menschen in der Region. Sie erfahren über die gewohnten Wege nur nie davon, dass sie frei ist.
Das Vorgehen
Die Stelle dorthin bringen, wo Handwerker abends hinschauen
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1
Interviews mit Schulverband und Schule
Wir haben mit dem Verbandsvorsitzenden, mit der Schulleitung und mit einem erfahrenen Hausmeister des Hauses gesprochen. Dabei ging es weniger um die Aufgabenliste aus der Ausschreibung als um die emotionalen Faktoren, die jemanden aus dem Handwerk zu einem Wechsel in den öffentlichen Dienst bewegen können.
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2
Sichtbarkeit im gesamten Einzugsgebiet
Die Kampagne lief im Umkreis der Schule und erreichte dort gut 5.300 Menschen; die Anzeigen wurden rund 23.200 Mal ausgespielt, sodass viele sie mehrfach gesehen haben. Rund 2.000 Mal wurde die Stellenseite daraufhin aufgerufen, auch von Menschen, die selbst gar nicht aktiv auf Stellensuche waren (jedoch offen für einen Wechsel) und die Ausschreibung deshalb nie gefunden hätten.
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3
Vorqualifizieren und nachfassen
Der mehrstufige Bewerbungsweg gab ehrliche Einblicke in Haus, Aufgabe und Arbeitsalltag und fragte zugleich Ausbildung, Führerschein, Wohnort und Erwartungen ab. Rund 60 Interessenten schieden dabei bereits aus, bevor eine Bewerbung entstand. Die eingegangenen Bewerbungen hat unser Team anschließend telefonisch vorqualifiziert und die Gesprächsnotizen im Bewerbermanagement hinterlegt.
Zwischen Auftrag und Kampagnenstart lagen gut zwei Wochen, die Interviews und den gemeinsamen Freigabetermin eingeschlossen. Dass sich die Gespräche mit den Beschäftigten auszahlen, hat der Verband unmittelbar von den Bewerbern gehört:
„Die Interviews mit verschiedenen Mitarbeitern des Schulverbandes waren absolut hilfreich. Das Feedback von den Bewerbern war auch, dass die Zitate wahrgenommen wurden, die wurden aufmerksam gelesen. Von daher kann ich nur sagen, dass das eine wichtige Ergänzung war in dem ganzen Prozess.“ – Christian Högel, Schulverband am Aschberg
Das Ergebnis
„Sehr überraschend für mich“
In zwei Wochen gingen 42 Bewerbungen ein, und bereits in der Woche darauf standen sieben Vorstellungsgespräche im Kalender. Vom Auftrag bis zu diesen Gesprächen verging damit knapp ein Monat.
Beim Feedback-Gespräch fiel deshalb eine besondere Entscheidung: Der Schulverband bat darum, die Kampagne vorzeitig abzuschalten, weil genügend qualifizierte Bewerbungen vorlagen und man eher vor der Qual der Wahl stand. Die Hausmeisterstelle an der Aschbergschule ist besetzt.
„Das Ergebnis und auch die Qualität der Kampagne hat mich überzeugt. Wir hatten sehr viele Bewerber innerhalb kürzester Zeit, sodass wir den Online-Auftritt frühzeitig beenden durften, weil wir schon einen Kandidaten gefunden hatten. Natürlich waren unterschiedliche Qualitätsstandards dabei, aber im Vergleich zu den vorherigen Bewerbungskampagnen hat man hier einfach in sehr, sehr kurzer Zeit viele Bewerber und viele interessierte Leute an der Stelle erreicht.“ – Christian Högel, Schulverband am Aschberg
Mit dieser Bandbreite musste sich der Verband nicht allein befassen. Jede Bewerbung war vorab telefonisch eingeordnet, und so wurden aus 42 Bewerbungen innerhalb einer Woche sieben Vorstellungsgespräche.
Die Entscheidung
Die Frage, die sich jedes Gremium stellt
Ein Schulverband entscheidet nicht allein, und im Gremium wurde vor dem Auftrag offen darüber gesprochen, ob sich ein neuer Weg lohnt. Christian Högel beschreibt die Abwägung im Video-Interview ohne Umschweife:
„Natürlich haben wir ein Gremium innerhalb des Schulverbands und da kam auch die Diskussion auf, ob wir das wirklich brauchen oder ob es nicht einfach die herkömmliche Suche letztendlich tut. Muss man ehrlicherweise sagen, für uns ist das natürlich schon auch ein bisschen Geld, was wir hier ausgeben. Aber das war auch für mich die Argumentation: Ich kann mir das nicht leisten, dass ich da zwei oder dreimal ausschreibe. Und wir wollten diesbezüglich einfach neue Wege gehen, um ein breiteres Spektrum an Bewerbern anzusprechen.“ – Christian Högel, Schulverband am Aschberg
Diese Rechnung kennen viele kleine Verwaltungen: Eine Zeitungsanzeige wirkt zunächst günstiger, doch jede weitere Runde kostet erneut Anzeigen und Zeit im Haus und verlängert vor allem die Monate, in denen die Stelle leer bleibt. Am Aschberg war die Frage nach zwei Wochen beantwortet.
Auch der Aufwand, den viele Verwaltungen bei einem neuen Weg befürchten, blieb überschaubar. Der Verband war in wenige Termine eingebunden, die Unterlagen für die Gremiensitzung lagen vorab zusammengestellt bereit, und zu jeder Bewerbung gab es die Notizen aus dem Telefonat. Wäre die Stelle im ersten Kampagnenmonat nicht besetzt worden, hätte sich die Kampagne flexibel monatsweise verlängern lassen, ab dem vierten Monat kostenlos bis zur Besetzung.
Die Zusammenarbeit
„Sehr, sehr gut und wirklich top“
Der Auftrag kam aus eigener Erfahrung: Die Verwaltungsgemeinschaft Holzheim, die auch die Verwaltung des Schulverbands führt, hatte dieselbe Kampagnenform kurz zuvor für eine Verwaltungsstelle genutzt und brachte sie deshalb für den Schulverband ein zweites Mal auf.
Im Gespräch hob Christian Högel vor allem die Organisation hervor: Termine fanden verlässlich statt, Erinnerungen kamen rechtzeitig, der vereinbarte Zeitrahmen wurde eingehalten, und im Bewerbermanagement ließ sich jederzeit nachvollziehen, wie eine Bewerbung einzuordnen ist. Um eine Bewertung gebeten, nahm er sich einen Moment Zeit:
„Also da muss ich ganz ehrlich sein, ich habe jetzt gerade selber überlegt, was nehme ich denn? Nehm ich die 10 oder nehme ich die 9? Ich habe mich jetzt für die 9 entschieden, wobei ich schon sagen muss, es war schon sehr, sehr gut und wirklich top.“ – Christian Högel, Schulverband am Aschberg
Künftige Stellen möchte der Verbandsvorsitzende auf demselben Weg besetzen.
Weitere Referenzen
Weitere Kommunen, die schwer besetzbare Stellen so gefunden haben
Lesen Sie, wie die Verwaltungsgemeinschaft Holzheim (Verwaltung), die Stadt Wolgast (Bauamtsleitung) und die Stadt Brake (Bauamt) vorgegangen sind.
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