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Case Study · Kommune · Drei Stellen
Erst skeptisch, dann dreimal besetzt
Jürgen Schmid ist Geschäftsleiter der Gemeinde Zeitlarn im Landkreis Regensburg und führt das Personalwesen neben dem Tagesgeschäft mit. Als es darum ging, die Büroleitung im Bürgermeisterbüro über soziale Netzwerke zu suchen, hatte er nach eigenen Worten „sehr große Bedenken“. Inzwischen hat die Gemeinde drei Stellen mit uns besetzt.
Die Ausgangslage
Es kamen zu wenige Bewerbungen – und die sagten zu wenig aus
Zeitlarn ist eine Gemeinde mit knapp 5.500 Einwohnern, zu der neben dem Hauptort mehrere kleinere Ortsteile gehören. Im Rathaus arbeiten rund zwölf Beschäftigte, der Bauhof kommt mit sechs Mitarbeitern inklusive Leitung dazu. Ausgeschrieben wurde bis dahin über die bayerische Jobbörse und weitere Portale, über die Zeitung und die eigenen Kanäle der Gemeinde. Diese Wege sind nicht falsch, sie haben nur immer seltener gereicht.
„Bei unseren bisherigen Stellenausschreibungen gab es häufig das Problem, dass wir nur wenige Bewerbungen erhalten haben und diese dann auch nicht aussagekräftig waren.“ – Jürgen Schmid, Gemeinde Zeitlarn
Das zweite Wort wiegt schwerer als das erste. Eine Handvoll Bewerbungen wäre zu verkraften, wenn die passende darunter wäre. War sie es nicht, blieb die Stelle offen, und die Arbeit verteilte sich auf die Kolleginnen und Kollegen, die ohnehin schon jeder einen eigenen Bereich verantworten. In einem Haus dieser Größe ist jede Stelle eine Einzelstelle.
Der Engpass
Eine Ausschreibung erreicht nur die, die gerade suchen
Fachkräftemangel heißt selten, dass es die passenden Menschen nicht gibt. Er heißt, dass sie nicht suchen:
- Nur etwa 15 Prozent sind aktiv auf Jobsuche. Genau diese Gruppe erreichen Stellenportale und Anzeigen. Ob darunter jemand ist, der zur konkret offenen Stelle in einer 5.500-Einwohner-Gemeinde passt, entscheidet weitgehend der Zufall.
- Rund zwei Drittel sind offen für einen Wechsel, ohne zu suchen. Sie haben eine sichere Stelle, blättern kein Amtsblatt durch und rufen kein Jobportal auf. Von einer freien Stelle erfahren sie nur, wenn die Stelle zu ihnen kommt.
- Eine kleine Verwaltung schreibt selten aus. In Zeitlarn wird ein- bis zweimal im Jahr eine Stelle frei. Es gibt keinen Bewerberpool, auf den man zurückgreifen könnte, und niemanden im Haus, dessen Aufgabe die Personalgewinnung wäre.
An der Gemeinde als Arbeitgeber lag es nie. Von den freien Stellen erfahren hat nur, wer zufällig im richtigen Moment gesucht hat.
Das Vorgehen
Was anders lief als bei einer Ausschreibung
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1
Die Argumente kamen von den Kolleginnen und Kollegen
Vor jeder der drei Kampagnen haben wir mit den Menschen gesprochen, die den jeweiligen Arbeitsplatz täglich erleben: mit den Kolleginnen, die das Vorzimmer bis dahin zu zweit mitgetragen haben, mit dem Sachgebietsleiter der Bautechnik, mit dem stellvertretenden Bauhofleiter. Aus solchen Gesprächen entstehen die Botschaften der Kampagne, denn warum man in einem Haus gerne arbeitet, weiß jeder Mitarbeiter für sich selbst – und ein Arbeitgeber oft nicht so genau. Dieses Wissen ist aber Gold wert.
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2
Sichtbar dort, wo auch Fachkräfte einen Teil ihrer Freizeit verbringen
Die Kampagnen liefen in einem gemeinsam festgelegten Umkreis um Zeitlarn und erreichten damit Menschen, die bereits in der Region leben und arbeiten und für die eine Stelle in der Gemeinde keinen Umzug bedeutet. Eine Gemeinde bekommt dabei etwas, das eine klassische Stellenausschreibung nicht leisten kann: Sie wird als Arbeitgeber im Ort sichtbar, auch bei denen, die gerade nicht aktiv auf der Suche sind. Pro Stelle gingen weit über 30 Bewerbungen ein – und die Gemeinde hatte endlich wieder eine Auswahl aus ehrlich interessierten Fachkräften.
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3
Der Aufwand der Gemeinde: nur zwei Online-Termine
Ein Gespräch zu Beginn, in dem wir alles über Stelle, Team und Wunschkandidat erfahren, und ein zweiter Termin, in dem Motive, Texte und Qualifikationsfragen gemeinsam freigegeben werden. In einer Verwaltung, in der die Zeit knapp ist, ist eine zeitsparende Arbeitsweise oft das entscheidende Kriterium für eine dauerhafte Zusammenarbeit.
„Es bringt einen sehr großen Mehrwert, dass man im Vorfeld mit den betroffenen Mitarbeitern spricht, da man dadurch die Stelle viel besser kennenlernt und detaillierter darüber Bescheid weiß und auch bei der Ausschreibung natürlich genauer darauf eingehen kann.“ – Jürgen Schmid, Gemeinde Zeitlarn
Das Ergebnis
144 Bewerbungen – und drei besetzte Stellen
Die drei Kampagnen liefen nacheinander, jede mit eigenen Motiven, eigenen Texten und eigener Ansprache:
Büroleitung im Bürgermeisterbüro: 61 Bewerbungen in 30 Tagen. Gut 15.500 Menschen im Umkreis sahen die Anzeigen, rund 1.000 klickten sie an. Die Stelle ist besetzt.
Sachbearbeitung Bautechnik: 35 Bewerbungen. Eine Teilzeitstelle mit technischem Anforderungsprofil, für die schon in der ersten Woche sehr gute Bewerbungen eingingen. Auch diese Position konnte besetzt werden.
Leitung des Bauhofs: 48 Bewerbungen in 30 Tagen. Über 21.000 Menschen im Umkreis sahen die Kampagne, mehr als 1.300 riefen die Stellenseite auf. Die Stelle ist besetzt.
„Jetzt bei diesen Ausschreibungen über wildweiss.employ haben wir einen überragenden Bewerberandrang und dementsprechend eine viel größere Auswahl und können gezielter die geeigneten Personen auswählen.“ – Jürgen Schmid, Gemeinde Zeitlarn
Die eigentliche Veränderung steckt im letzten Halbsatz. Vorher entschied der Zufall, ob überhaupt eine passende Bewerbung dabei war. Jetzt entscheidet die Gemeinde.
Die Zusammenarbeit
Warum aus einer Kampagne drei wurden
Nach der besetzten Büroleitung folgte die Sachbearbeitung in der Bautechnik, danach die Leitung des Bauhofs. Bemerkenswert daran ist vor allem, wie diese Zusammenarbeit begonnen hat.
„Am Anfang hatte ich sehr große Bedenken bezüglich der Strategie, die Social-Media-Plattformen zu nutzen, jedoch haben die sich im Nachgang als unbegründet erwiesen.“ – Jürgen Schmid, Gemeinde Zeitlarn
Diese Zurückhaltung kennen wir aus vielen Rathäusern, und sie ist berechtigt: Eine Kommunalverwaltung geht mit ihrem Auftritt sorgsam um, und der Markt ist voll von Anbietern, die eine Stellenausschreibung schlicht in die sozialen Netzwerke kopieren. Mit unseren knapp 20 Jahren Marketingerfahrung wissen wir: Eine Ausschreibung wird dann für die Zielgruppe interessant, wenn sie nicht nur auf harte Fakten und Benefits eingeht, sondern ehrlich und emotional herausarbeitet, welche Lebens-Arbeits-Perspektive einen potenziellen Kandidaten hier erwartet.
Nach den ersten beiden Kampagnen um eine Bewertung der Zusammenarbeit gebeten, vergab Jürgen Schmid im Video-Interview acht von zehn Punkten.
„Von einer Zusammenarbeit mit wildweiss.employ kann grundsätzlich jeder Arbeitgeber profitieren, da es sich hierbei einen alternativen, neueren Weg handelt, an Bewerber zu gelangen.“ – Jürgen Schmid, Gemeinde Zeitlarn
Ähnliche Stelle zu besetzen?
Verwaltung, Technik oder Bauhof offen?
Wie eine solche Suche in anderen Kommunen verlaufen ist, lesen Sie bei der VG Holzheim (Verwaltung), bei der Gemeinde Altenmünster (Bauverwaltung) und bei der Stadt Wolgast (Bauamtsleitung).
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